von Tony Menzel
Der 20. Februar 2013 war ein ganz besonderer Tag. Vor kurzem hatte Sony eine Pressekonferenz in New York angekündigt, auf der offensichtlich die Playstation 4 gezeigt werden würde. Genau gesagt, ging es bei uns erst am 21. Februar los, nämlich genau um 00:00 Uhr. So aufgeregt war ich sonst nur bei E3 Livestreams.
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| Der Mann mit dem verrückten Blick: Mark Cerny |
Der erste der auf die Bühne tritt ist Andy House. Nach einigen einleitenden Worten, wie es sich gehört, spricht er es endlich aus: "
Playstation 4". Nach ihm kommt Lead System Architect der Playstation 4 Mark Cerny auf die Bühne, der u.a. auch eine lange Biografie als Game Designer vorweisen kann und nun die Features der neuen Sony Konsole vorstellt. Zitat: "Playstation 4 is created by game creators, for game creators."
Den neuen Controller "Dual Shock 4" dürften einige bereits von geleakten Bildern kennen. Er kommt mit einem TouchPad, Share Button, Lightbar und Headset Input.
Danach bekommen wir beeindruckende Bilder von der Unreal Engine 4 zu sehen, bevor Cerny sein eigenes NextGen Spiel "Knack" vorstellt.
Die Playstation 4 setzt an vielen Stellen auf einen schnelleren Zugang zu den Spielen. Mit dem Power Button, startet man sofort ins Geschehen und verzichtet auf einen langen Hochfahrprozess. "Booting-up times will be a thing of the past with Playstation 4." Noch besser ist die Möglichkeit, Spiele schon während des Downloads zu spielen. Einmal im Store der X-Button gedrückt und schon startet man direkt ins Spiel, das nebenbei weiter heruntergeladen wird. Jim Sterling bezeichnet es scherzhaft als "Sony Opposite Day"
Auf zwei Wegen kann man außerdem seine Erlebnisse mit anderen teilen. So ist es möglich, mitten im Spiel ein Ingame Video hochzuladen oder auf Knopfdruck einen Ustream Broadcast zu starten. Gerade Anhängern von eSport dürfte das gefallen. Letzteres Feature wird von dem Mann präsentiert, der als nächstes die Bühne betritt: David Perry, CEO von Gaikai.
Gaikai ist der, von Sony aufgekaufte, Streaming Dienst, der nun auf der Playstation 4 zum Einsatz kommen wird. Mit einem einzigen Button auf dem Dualshock Controller wird es möglich seine, seine Spielesitzungen für Freunde zu öffnen, die euch nicht nur zusehen, sondern für euch auch die Kontrolle übernehmen können, um euch aus zu helfen.
Nicht so überraschend dürfte sein, dass man nun auch PS4 Spiele auf die Vita streamen kann, vergleichbar mit dem WiiU Tablet. Am Beispiel von Knack wurde das auch direkt präsentiert.
Mein größtes Interesse am neuen Cloud Service liegt allerdings in der Fähigkeit, Playstation 1, 2 und 3 Spiele auf der neuen Konsole streamen zu können. Eigentlich schon ironisch, wenn man sich am meisten auf die neue Generation freut, um dann die alten Klassiker spielen zu können.
Danach wird es Zeit weitere Spiele zu präsentieren. Hier eine kurze Auflistung:
- Herman Hulst von Guerilla Games stellt das, grafisch extrem beeindruckende, Killzone: Shadow Fall vor.
- Die Entwickler von Motorstorm, Evolution Studios präsentieren ihr neues Rennspiel Drive Club, das man komplett aus der Ego-Perspektive erleben wird.
- Sucker Punch halten ein weiteres InFamous bereit. InFamous: Second Son spielt 7 Jahre nach dem Vorgänger mit einem neuen Helden namens Delsin Rowe.
- Das farbenfrohe "The Witness" von "Braid"-Schöpfer Jonathan Blow wird einige Zeit auf der PS4 exklusiv sein.
Als nächstes betrat David Cage die Bühne und verglich die Polygone seiner früheren Spiele mit denen aus Beyond Two Souls, bevor er mit der Animation eines extrem realistischen menschlichen Gesichtes beeindruckte. Eine neue Ankündigung gab es von ihm allerdings nicht.
Begeistert war man auch vom Auftreten von Media Molecule (Little Big Planet), bis der Move-Controller zur Sprache kam. Das gezeigte Konzept, bei dem 3D Modelle mit Move gezeichnet und bewegt wurden, war dennoch beeindruckend. Wie ein Puppentheater.
Wie immer fröhlich grinsend betrat Street Fighter Vater Yoshinoro Ono die Bühne und erzählte von Capcoms gemeinsamer Geschichte mit Playstation. Danach kündigte er Capcoms neue Engine "Panta Rhei" an, die ihr Können in einem Trailer für eine neue IP (Arbeitstitel "Deep Down") zeigen durfte. Der Trailer wirkte wie eine Mischung aus Dragon's Dogma (ebenfalls von Capcom) und Dark Souls.
Ebenfalls eine neue Engine gab es von Square Enix zu sehen. Die Tech-Demo zur Luminous-Engine wurde allerdings schon zur E3 2012 gezeigt. Immerhin gab es einen Hinweis Richtung E3 auf einen neuen Final Fantasy Titel.
Das vielleicht größte Highlight der letzten E3 "Watch.Dogs" war auch dieses mal wieder ein erfreulicher Anblick. Ubisoft präsentierte neue Spieleszenen und den Hinweis, dass das Spiel auf allen erdenklichen Konsolen erscheinen würde.
Überraschend war der Auftritt von Blizzard, statt einem neuen Titel wurde aber "nur" Diablo 3 für die PS4 angekündigt. Das gleiche tat Activisions Eric Herschberg für Bungie's "Destiny" und versprach außerdem exklusive Inhalte für PS3 und PS4 ...
Zum Abschluss trat noch einmal Andy House ins Rampenlicht um die Show zu beenden mit den Worten "We have more to offer, than ever before." Ich schätze wir dürfen auf die kommende E3 gespannt sein.
Es bleibt zu sagen, dass ich nur ein Grafik Update erwartet und viel mehr bekommen habe. Schade nur, dass Sony bisher keine Aussagen zum Preis treffen wollte. Hoffen wir, dass Sony eine weise Entscheidung trifft. Die Konsole selbst war nicht zu sehen. Wie schon bei der WiiU geht der Trend eher in die Richtung, den Controller in den Mittelpunkt zu stellen. Apropos WiiU: Nintendo kann einem Leid tun, wenn man bedenkt, dass man jedes Alleinstellungsmerkmal der WiiU auch als Funktion auf der neuen Playstation finden wird.