Story
8 Jahre sind vergangen seit Harvey Dents
Tod und dem Verschwinden von Batman, dem man immer noch die Schuld für
das Ableben des Staranwalts gibt. In Gotham ist Ruhe eingekehrt. Doch
schon bald zieht ein gewaltiger Sturm über Gotham auf, mit dem Namen
Bane, der keine Gefangenen nimmt und die Stadt in Schutt und Asche legen
will. Ein letztes Mal muss sich Bruce Wayne in seine Maskerade werfen
und die Stadt, die ihn verstoßen hat, retten. Oder ist es bereits zu
spät?
Kritik
Wir alle haben es herbei
gesehnt und nun ist es da. Das neue Meisterwerk von Regie-Ass und
Batman-Neuerfinder Christopher Nolan der mit
The Dark Knight Rises
seine fulminante Trilogie des Dunklen Ritters beendet. Ich sage bereits
jetzt, dass mir schon im Vorfeld klar war, dass die Erwartungen an den
Film am Ende gar nicht völlig bestätigt werden konnten, da man mit The
Dark Knight einfach so ein Brett vorgelegt hat, dass er vielleicht für
immer als beste Comicverfilmung, ja gar als einer der fünf besten
Actionfilme überhaupt in die Filmgeschichte eingehen wird. Nichts desto
trotz, habe ich mich natürlich enorm auf den Abschluss der Reihe gefreut
und ich wurde nicht enttäuscht. Ich beginne direkt mal mit dem Cast.
Ich kann mich nicht erinnern in einem Film schon mal ein solches
Ensemble gesehen zu haben. Bei wem soll man anfangen? Christian Bale,
Michael Caine, Gary Oldman, Tom Hardy, Joseph Gordon-Levitt, Anne
Hathaway, Morgan Freeman, Marion Cotillard und zwei weitere Stars, deren
Nennung nur, den Film schon spoilern würden. Mehr geht einfach gar
nicht. Da bleiben selbst die
Avengers auf der Strecke. Und das
ist auch nicht der einzige Grund warum Marvel gegenüber DC im Kinojahr
2012 in Sachen Qualität das Nachsehen hat. Aber zurück zu den
Darstellern. Über Christian Bale bedarf es nur weniger Worte, besonders
die erste halbe Stunde des Films lässt einen unweigerlich an Bales
Method-Acting in
The Machinist denken. Auch später spielt er
einen emotional gebrochenen Mann, der ohne seine Maske nicht mehr
existieren kann in dieser düsteren Welt. Der dunkle Ritter ist in seinem
Finale sowohl psychisch als auch physisch schwer am Ende und kann nur
noch seine letzten Kräfte bündeln und seine Ängste besiegen um letztlich
auch das Böse zu besiegen. Wie schwer es Batman im dritten Teil der
Trilogie hat, kann man an seinem Antagonisten Bane ausmachen. Bane ist
körperlich so übermächtig, dass er Batman demütigt in dem er ihn sogar
demaskiert und wortwörtlich bricht. Batman zahlt hier eine Menge
Lehrgeld. Bane ist auch die Figur, mit der
The Dark Knight Rises hätte fallen können, denn es ist wahrlich nicht einfach, Nachfolger einer so brillant gespielten Figur, wie die des Jokers in
The Dark Knight,
zu sein. Dementsprechend spielt der eigentlich charmante Tom Hardy
seinen Schurken Bane auch ganz anders als Heath Ledger zu seiner Zeit
den schrillen, anarchistischen Clown. Bereits in der Opening Sequenz in
luftiger Höhe stellt Bane klar, dass er ein gewalttätiger und physischer
Bösewicht ist, der nicht viel von Worten hält, sondern Taten folgen
lässt, aber und das ist für unseren Helden Batman das Problem, Bane
zeigt trotzdem Grips. Tom Hardy hat es sich dann auch nicht nehmen
lassen und eine gewisse Prise Zynismus von Heath Ledger übernommen
(Börsenheinz:
"Hier gibt es kein Geld, das sie stehlen könnten! Bane:
"Wirklich? Und warum seid ihr dann alle hier???").
Tom Hardy hatte es mit seiner Mundmaskerade besonders schwer
schauspielerisch zu überzeugen, da ihm kaum Möglichkeiten zur Mimik
gegeben waren. Aber Hardy löste das Ganze durch seine einzigartige
Präsenz und seine genuschelte und herrlich betonte Sprache. Bane ist,
wie er selbst sagt, Gothams Abrechnung, das notwendige Böse. Das nimmt
man dem hochbegabten Hardy sofort ab, auch wenn er längst nicht so
präsent ist wie der Joker. Auch andere Stammdarsteller von Christopher
Nolan überzeugen. Besonders hervorzuheben sind die emotionalen
Darstellungen von Joseph Gordon-Levitt als immer mutiger werdender
Polizist Blake, Michael Caine zu Tränen rührend als Butler Alfred und
Gary Oldman in seiner Paraderolle als Comissioner Gordon. Doch irgendwie
wird ihnen trotz hervorragender Leistungen die Show von einer Dame
gestohlen, die man so gar nicht auf der Rechnung hatte: Anne Hathaway
als Catwoman. Wer mich kennt, weiß, dass ich die Dame nicht wirklich
leiden kann, aber als Catwoman, mein lieber Scholli, überzeugt sie
wirklich auf ganzer Linie. Sowohl ihr Charakter ist wesentlich
ausgereifter als in den alten Batman-Filmen, als auch ihre körperlichen
Fähigkeiten. Hathaway verdrischt die Männerwelt nur so vor Wut und
Energie. Welche Szenen mit besonders in Erinnerung geblieben sind? Auf
jeden Fall das emotionale Gespräch zwischen Bruce Wayne und Butler
Alfred. Einfach nur rührend. Auf eine ganz andere Art und Weise
begeistert die schon aus den Trailern bekannte Szene, in der Bane
während eines Football-Spiels das Spielfeld von unten sprengen lässt.
Grandios vor allem deswegen, weil zuvor in Totenstille die Nationalhymne
gesungen wird in ihrer reinsten Form, von einem kleinen Jungen, während
sich das Böse, in Gestalt von Bane, seinen Weg ins Stadion schafft. Das
große Spektakel an Action und Spannung fährt dann die letzte
dreiviertel Stunde auf, über die ich aber nichts erzählen werde, da dies
ohne Spoiler einfach nicht möglich ist. Das würde euch den Film
definitiv versauen. Aber nun weiter mit der Lobeshymne, denn meine
Begeisterung wird auch von Regisseur Nolan erzeugt, der die
Actionszenen, wie immer gekonnt in Szene setzt, aber vor allem dem das
Meisterstück gelingt die vielen zunächst unübersichtlichen Plots und
Handlungsstränge am Ende alle zusammen zu bringen und zu lösen, ohne
große Logikfehler. Ganz stark! Lob gebührt auch dem fantastischen Score
von Mastermind Hans Zimmer. Gänsehaut pur! Aber nun genug gelobt, es
gibt nämlich auch einige Gründe, warum The Dark Knight Rises letztlich
nicht so gut ist wie sein Vorgänger. Zum einen liegt das an der zu kurz
bemessenen Screentime der eigentlichen Hauptfigur Batman. Es vergehen
knappe 40 Minuten bis Bats überhaupt im Einsatz zu sehen ist und dann
auch nur kurz und im Mittelteil auch wieder nicht für eine ganze Weile.
Das ergibt zwar Sinn im Rahmen der Handlung, aber ich behaupte einfach
mal, dass man das besser hätte lösen können. Außerdem fehlen mir die
ganz großen Magic Moments, die den Film perfekt hätten machen können.
Man muss aber zugeben, dass die Magic Moments in The Dark Knight fast
ausschließlich von Heath Ledger kamen. Und so sind wir wieder beim
Ausgangspunkt, den Erwartungen.
Fazit
Meine
Erwartungen wurden nahezu vollständig erfüllt. Wer jedoch den Film an
The Dark Knight messen will, der könnte schon ein kleines Stückchen
enttäuscht sein. Nolan und seine fantastischen Darstellern schließen den
Kreis der mit Batman Begins eröffnet wurde. Dabei blieb die Filmreihe
ohne Ausfall auf enorm hohem Niveau. The Dark Knight Rises ist so
emotional wie kaum ein Actionfilm je zuvor und das passt perfekt für den
(fast) epischen Abschluss der Dark Knight Trilogie. Das wichtigste zum
Schluss, keine der 164 Minuten ist auch nur im Ansatz langweilig. Wer
das Gegenteil behauptet ist ein Spinner.
Details
Darsteller:
Christian Bale, Gary Oldman, Tom Hardy, Michael Caine, Anne Hathaway, Joseph Gordon-Levitt, Morgan Freeman, Marion Cotillard Regie:
Christopher Nolan Länge:
164 min FSK:
12 Veröffentlichung:
2012
Bewertung: