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Mittwoch, 19. September 2012

The Cabin in the Woods

von Tony Menzel

Story

Fünf College Studenten wollen zusammen einen Ausflug machen. Die Wahl des Urlaubsortes fällt auf eine einsame Hütte in den Wäldern. Mit einem Wohnwagen machen sie sich auf den Weg und kommen, nach einem kurzen Zwischenstopp an einer unheimlichen Tankstelle mit einem noch unheimlicheren Tankwart, an der Hütte an. Schnell stellen sie fest, dass hier etwas nicht stimmt. Schaurige Bilder und Tierköpfe hängen an den Wänden und durch einen Einwegspiegel in einem der Zimmer, kann man das Nachbarzimmer ausspionieren. Hier endet die Storybeschreibung leider schon, denn alles weitere wäre bereits ein Spoiler. Mehr dazu in den  folgenden Zeilen.

Kritik

The Cabin in the Woods ist ein sehr interessanter Film. Jeder Kritiker schreibt darüber, wie sehr ihn dieser Film überrascht hat und was für ein falsches Bild der Trailer doch zeigt. Dem kann ich mich nur anschließen. Wo andere Filme die besten Szenen schon in der Vorschau zeigen, werden hier die schlechtesten gezeigt. Zur spoilerlosen Darstellung muss ich hier einen Vergleich aus dem Videospielebereich heranziehen. Dennoch eine Warnung: wer den Film vollends genießen will, sollte am besten komplett auf Reviews verzichten und sich einfach überraschen lassen. Dementsprechend werde ich auch möglichst wenig verraten.
Hier also der Vergleich: wusstet ihr noch, als ihr das erste Mal Assassins Creed gespielt habt? Es schien wie ein mittelalterliches Spiel über Tempelritter und Meuchelmörder. Doch dann startet man auf einmal als Desmond Miles in einer nahen Zukunft. So oder so ähnlich fühlt man sich in den ersten Szenen dieses Films.
Aber das ist noch lange nichts anderes. Die Maskerade als bloßer Teenie Horror war natürlich Absicht und ist in Teilen auch immer noch vorhanden. Nicht nur ist der Film unvorhersehbar, auch macht er sich immer wieder über Genrekollegen lustig. Etwa so, wie Scream in den 90ern.
Aber auch an Grusel und einigen jump scares mangelt es nicht. Trotz seiner Obskurität ist der Film ein vollwertiger Horrorfilme, von Vorne bis Hinten. Ab und zu gibt es mal explizite Gewalt, dann wird wieder darauf verzichtet. Die 16er FSK Freigabe passt hier sehr gut.
Es gibt so viele gute Gründe diesen Film zu sehen, aber jeder davon wäre ein Spoiler. Ich verspreche euch einfach, dass ihr unter keinen Umständen eine der Wendungen erraten werdet. Ob sie euch gefallen oder nicht ist dagegen Geschmackssache und deshalb ist es auch sehr schwer diesen Film zu bewerten. Kommen wir also direkt zum:

Fazit

Wie ich schon sagte, es ist sehr schwer, diesen Film zu bewerten. Für mich persönlich war er nicht nur eine große Überraschung, sondern auch einer der besten Horrorfilme der letzten Jahre. Überhaupt ist "Überraschung" immer wieder das Stichwort in diesem Film und ich fürchte, dass ich euch allein durch diese Sätze schon einen Teil der Faszination nehme. Kommen wir also zum Ende und zu meiner sehr subjektiven Wertung. Mehr zum Film gibt es dann in den kommenden Podcastepisoden und spätestens in meiner Top10 im Jahresrückblick. Ach ja, lustig ist der Film übrigens auch.

Details

Darsteller: Kristen Connolly, Chris Hemsworth, Anna Hutchison, Fran Franz, Jesse Williams, Bradley Whitford, Richard Jenkins, 
Regie: Drew Goddard
Länge: 95 min
FSK: 16
Veröffentlichung: 2012

Samstag, 1. September 2012

The Expendables 2


Story

Auftraggeber Mr. Church hat nicht vergessen, dass Barney Ross und sein Chaospack bei der letzten Mission mehr Schaden als Nutzen vollbracht haben, weshalb er Ross’ zur Wiedergutmachung einen neuen Auftrag gibt. Die Expendables müssen in den tiefsten Ostblock um eine Katastrophe größtens Ausmaßes zu verhindern und den Tod eines Freundes zu rächen.


Kritik

Obwohl ich dem ersten Teil des Action-Feuerwerks zu seiner Zeit die Höchstwertung gegeben habe, muss ich eingestehen, dass Teil 2 in fast jeder Hinsicht besser ist als sein Vorgänger. Zum einen liegt das an der wesentlich zielorientierteren Regie von Simon West, der Stallone abgelöst hat. West bezieht sich auf das Wesentliche. Actionorgien mit immenser Gewaltdarstellung, knackigen One-Linern und einer Menge Selbstironie. Es gibt zwar wie im ersten Teil noch ein paar kleine Nebenschauplätze, letztlich verlässt West jedoch nie das eigentliche Territorium, anders als es Mr. Stallone noch im ersten Teil  vollzogen hat.

Schon die Opening-Sequence hat es unglaublich in sich. Es werden Köpfe weggesprengt, Gliedmaßen fliegen durch die Gegend, es ist laut, krawallartig und das pure Actionchaos, aber gekonnt und ohne viel Wackelei auf die Leinwand gebracht. Sowohl die älteren Recken, als auch die jüngere Darsteller hauen sich einen witzigen Spruch nach dem anderen um die Ohren. Dabei sieht man zu jeder Zeit wie viel Spaß die Männer beim Dreh hatten. Manches Mal, besonders bei Bruce Willis, sieht man sogar, wie sich die  Schauspieler das Lachen nicht mehr verkneifen können. Und auch im Publikum war die Feier groß. Das Kino war durchgängig mit Männern bestückt und feuerte die Actionstars förmlich an. Spätestens als Chuck Norris seinen kurzen, aber wirklich einprägsamen Auftritt hat, gab es im Saal kein Halten mehr. Dass sich der Film auch selbst parodiert zeigt eine Szene in der Stallone als Barney Ross eine Rede zu Ehren eines verstorbenen Teammitglieds hält. Bewegende, aber auch klischeehafte Worte die dann plötzlich durch Jason Statham unterbrochen werden mit: „Haben wir einen Plan?“ und Stallone trocken: „Suchen, Finden, Töten!“. Ein Kracher, der für viel Gelächter gesorgt hat.

Arnold Schwarzenegger und Bruce Willis, die im ersten Teil nur einen kurzen Dialogauftritt hatten, bekommen endlich mehr Screentime und als im Schlußakt John McClaine, Rambo und der Terminator in Reih und Glied stehen und wild um sich ballern, gibt es WIRKLICH kein Halten mehr. Simon West bedient wirklich sämtliche Fanwünsche. Mehr kann man einfach nicht bekommen. Etwas weniger gelungen ist Jean Claude van Damme als Bösewicht, der mit deutscher Synchronstimme und Sonnenbrille nicht ernst zu nehmen ist. Wirklich böse ist anders. Spätestens als er seine dicken Tränensäcke und Falten an den Augen entblößt ist klar, dass sein Co-Bösewicht Scott Adkins wesentlich authentischer, wenn auch als Abziehbild eines Klischeeostblockers, wirkt.

Am Ende bekommt jeder Actionheld seine großen Momente: Statham als Priester im Messerkampf, Stallone im Faustfight mit dem Kickboxer van Damme, Terry Crews mit seiner fetten Wumme aus Teil 1, Chuck Norris als einsamer Wolf, Willis und Arnie als wuchtige Ballermänner, Liam Hemsworth als Afghanistanrückkehrer, einen mit Pfannen um sich schlagender Jet Li und die Witzbolde Randy Couture und Dolph Lundgren in ihrer bekannten Art. Was soll da noch kommen in Teil 3? Einiges, denn Nicolas Cage hat sich bekanntlich schon verpflichtet.

Durch Chuck Norris’ Einschreiten sollte der Film weniger brutal werden als der erste, doch zum Glück wollte man die Zielgruppe nicht enttäuschen und änderte nichts. Stattdessen ist der Streifen noch eine Schippe heftiger und brutaler als The Expendables 1. Auch die Spezialeffekte wirken wesentlich aufwendiger als im Vorgänger. Sehr gut!

Auf die Story braucht man natürlich nicht zu hoffen, aber das hat auch niemand oder? Eigentlich weiß jeder was ihn erwartet. Eine pure Action- und Zerstörungsorgie. Während Stallone den Verzichtbaren noch Tiefgang und etwas Handlung geben wollte, verzichtete man für den zweiten Teil fast gänzlich darauf. Es gibt einen Auftrag und der ist zu erledigen. Punkt. Kurios, aber diese Prämisse funktioniert perfekt.


Fazit

Simon West’s Fortsetzung der Expendables ist feinstes Popcorn-Kino, das die Helden unserer Kindheit würdig feiert und von der ersten bis zur letzten Sekunden einfach nur Spaß macht. Tiefgang ist nicht zu erwarten, wäre auch alles andere als sinnvoll. Kracher!


Details

Darsteller: Sylvester Stallone, Jason Statham, Arnold Schwarzenegger, Bruce Willis, Terry Crews, Dolph Lundgren, Jean Claude van Damme, Chuck Norris, Jet Li, Randy Cotoure, Scott Adkins
Regie: Simon West
Länge: 103 min
FSK: 18
Veröffentlichung: 2012

Bewertung: 

Mittwoch, 29. August 2012

Ted

von Tony Menzel


Story

Als kleiner Junge wünscht sich John Bennett nichts lieber als einen besten Freund, denn in seiner Straße ist er der klassische Außenseiter. Seine Eltern schenken ihm daraufhin einen Teddybär, der durch Johns Wunsch am Weihnachtsabend lebendig wird. Ted wird zur Berühmtheit, tritt in vielen Fernsehshows auf, vergisst aber nie seinen besten Freund. 27 Jahre später sind die beiden nur äußerlich wirklich erwachsen geworden. Das Zusammenleben mit dem Plüschtier führt immer wieder zu Konflikten mit Johns Freundin Lori, die ihm ein Ultimatum stellt: wenn die Beziehung eine Zukunft haben soll, muss Ted ausziehen.

Kritik

Eins vorweg: ich bin ein sehr großer Fan von Family Guy und sympathisiere zumindest mit American Dad. Ich mag Seth McFarlane als Komiker und liebe seine Stand-up Auftritte in den, von ihm moderierten, Comedy Central Roasts. Meine Erwartungen an diesen Film waren also enorm hoch. Genau wie bei Family Guy, spricht der Erfinder die Hauptrolle selbst und auch in der deutschen Version bekommen wir die Synchronstimme von Peter Griffin serviert. Mila Kunis, die Meg Griffin spricht, bekommt im deutschen ebenfalls ihre gewohnte Synchronstimme. Für jegliche Vergleiche mit Family Guy ist der Großmeister also selbst verantwortlich, aber genau so wurde der Film ja auch beworben. Neben dem Teddybären, spielt Mark Wahlberg in der Hauptrolle und obwohl er nicht der typische Komödien-Schauspieler ist, passt er geradezu perfekt in diese Rolle.
Auch sonst fällt keiner der Schauspieler negativ auf und man darf sich auf tolle Cameos und Gastauftritte freuen (die ich hier nicht spoilern möchte).
Machen wir es kurz: Ich liebe diesen Film. Er hat meine Erwartungen als Family Guy Fan erfüllt, bietet aber auch Freunden üblicher Komödien viel zum Lachen. Die Behauptung, Ted wäre wie eine lange Episode Family Guy, stimmt teilweise, aber der Film bleibt insgesamt bodenständiger als die meisten Folgen der Cartoon-Serie. Abgedrehte Szenen und Gags die unter die Gürtellinie gehen, gibt es aber trotzdem zuhauf. Wer auf sowas steht, wird hier bestens bedient.
Viele Komödien, bei denen eine Beziehung im Mittelpunkt steht, tendieren dazu, gegen Ende in Schmalz und Drama auszubrechen. Bei Ted hält sich das zum Glück in Grenzen. Auf einige Klischees hätte man durchaus verzichten können. Natürlich wird das komplette Beziehungs-ABC abgespielt und wenn der "Held" wieder einen dummen Fehler macht, kann man die Folgen schon absehen. Die Charaktere sind aber so sympathisch, dass einem ihr Schicksal wirklich am Herz liegt und der Beziehungs"kram" treibt die Geschichte klar voran. Ted spielt dabei die Rolle des unmoralischen Kumpels, der seinen besten Freund immer wieder in Schwierigkeiten bringt. John muss es schaffen, seine Kindheit hinter sich zu lassen um endlich eine erwachsene Beziehung mit Lori eingehen zu können. Der Film wäre natürlich nicht halb so komisch, wenn ihm das so leicht gelingen würde.
Obwohl mit Schimpfwörtern und bösem Humor nicht gespart wird, hätte Ted noch etwas kompromissloser sein können. Mehr Blödsinn, weniger Klischee. Das Ergebnis ist eine kinogerechte Komödie, die "kein Auge trocken lässt" (ich dachte wenn wir schon bei Klischees sind).

Fazit

Es gibt so viele Argumente die dafür sprechen diesen Film zu sehen. Steht ihr auf Seth und Family Guy? Wolltet ihr Mark Wahlberg schon immer mal in einer Komödie sehen? Fragt ihr euch wie ein Teddybär allein durchs Leben kommt? Wer den Humor von Seth mag, sollte sowieso alles stehen und liegen lassen, um Ted sofort zu sehen. Alle anderen sollten zumindest einen Blick riskieren, außer ihr legt extrem viel Wert auf Niveau und political correctness. Ich finde diesen Film jedenfalls großartig und ich weiß jetzt schon, dass ich ihn noch viele Male sehen werde.

Details

Darsteller: Mark Wahlberg, Mila Kunis, Seth McFarlane (Sprechrolle)
Regie: Seth McFarlane
Länge: 106 Minuten
FSK: 16
Veröffentlichung: 2012

Samstag, 11. August 2012

The Hunger Games - Die Tribute von Panem


Story

Nach Jahren des Krieges ist Nordamerika nicht mehr das, was es einmal war. Viele Gebiete sind völlig zerstört, es herrscht Armut und die Menschen sind noch deutlicher in arm und reich getrennt, als es heute schon ist. Jedes Jahr fordert die Nation, die nun Panem heiß, von ihren 12 Distrikten ihren Tribut in Form eines Jungen und eines Mädchens, um an den Hunger Games teilzunehmen. Einem Überlebenswettbewerb zwischen 24 Teilnehmern der Distrikte ums Töten und nicht getötet werden, der sadistischer Weise im Fernsehen übertragen wird, mit Erfolg. Katniss meldet sich freiwillig, nach dem ursprünglich ihre viele jüngere Schwester ausgelost wurde…

Kritik

Die Tribute von Panem ist gleichzeitig die kindgerechte Version des Klassikers Battle Royale und ebenso eine Neuauflage des Stallone-Klassikers Running Man. Dementsprechend bietet der Stoff um eine sadistische Fernsehshow in der sich Leute umbringen eigentlich nichts Neues. Das es sich jedoch um 24 teilnehmende Kinder und Jugendliche handelt, die sich ab metzeln, ist schon irgendwie neu. Es sei gesagt, dass Gary Ross leider extrem viel Potential verschenkt um lieber auf Nummer Sicher zu gehen und einen Nachfolger der Twilight-Saga zu produzieren. Die Zielgruppe ist nun mal dieselbe. Natürlich kann man sagen, dass The Hunger Games für einen FSK 12 Film ziemlich blutig und brutal ist, jedoch hat sich niemand getraut die Brutalität wirklich zu zeigen, stattdessen hat man sämtliche Actionszenen mit Handkamera gedreht und alles verwackelt, so dass letztlich doch alles kindgerecht wirkt, auch wenn man wirklich viele tote Kiddies im Film sieht. Ich würde gar behaupten, dass 12-Jährige den Sinn hinter der Story nicht verstehen, aber nun gut, das ist jetzt nicht unser Problem.

Dass ein so großes Budget im Film steckt, sieht man eher nicht. Billige CGI-Effekte wechseln sich in der Regel mit durchschaubaren Green-Screen-Aufnahmen ab. Teilweise lächerlich, muss ich gestehen. Auch die Kostüme sind derartig over the top, dass die ganze Welt, die im Film (nach einem Roman) beschrieben wird, absolut unrealistisch wirkt. Ebenso schwach sind die meisten Charaktere des Streifens. Lediglich Woody Harrelson, der seine Rolle nicht ernst nimmt, spielt überzeugend, der Rest -> eher schwach. Selbst Jennifer Lawrence, die in Winter’s Bone noch gnadenlos alles weggefegt hat, mit ihrer Performance, spielt kaum überzeugend, was aber auch an ihrer mies geschriebenen Rolle liegt. Allein die Tatsache, dass die ganze Trauer über das Verlassen der Familie und die Zweifel über den Sinn der Show überhaupt, spielen nach knapp 1 Stunde Laufzeit schon keine Rolle mehr. Stattdessen ist die Hauptfigur regelrecht euphorisch und scheint sich schon zu freuen auf den Beginn der Spiele.

Generell ist die erste Stunde des Films unglaublich langweilig, zäh und unspektakulär, obwohl massiv mit Kostümen und Ausstattungen aufgefahren wird. Aber die erzählten Geschichten sind unglaublich uninteressant und reißen den Zuschauer alles andere als an sich. Zum Glück geht es dann irgendwann richtig los, nach über einer Stunde. Der Überlebenskampf zwischen den Kids im Wald ist zumindest spannend gehalten und phasenweise, wenn die Handkamera Pause hat, auch gut inszeniert. Dass sich daraus aber eine zweite Bella/Edward und am Ende auch Jacob Geschichte entwickelt, ist unverzeihlich und geht ganz klar aufs Kerbholz der Produzenten. Shame On You!

Völlig irrsinnig sind auch die Handlungen fast aller Kinder in der Welt, dabei meine ich jedoch viel mehr die Gefühlswelt der Teilnehmer. Niemand hat Angst, niemand verfällt in Wahn, niemand ruft um Hilfe. Psychisch sind alle Kinder eisenhart und lassen sich nichts anmerken. Bitte? Viele Kinder in diesem Alter haben noch Heimweh, wenn sie auf Klassenfahrt fahren und würden dann unter den Umständen der Filmhandlung keine Todesängste durchleiden? So ein Quatsch. Ebenso schlimm ist, dass sich der Film nicht mal wirklich gegen die Machenschaften des Capitols (der reichen Hauptstadt) positioniert. Grade in einem Film für Kinder oder junge Jugendliche geht das gar nicht. Der Film ist bis auf einen kurzen Riot-Act in einem Distrikt völlig unkritisch.

Fazit

The Hunger Games ist das Twilight für die nächste Generation. Ein eigentlich interessantes Thema wird langweilig, unkritisch und dröge auf der Leinwand erzählt. Die eigentlich brillante Jennifer Lawrence hat zwar ihrer Geldbörse mit der Verpflichtung für die Trilogie einen Gefallen getan, mehr aber auch nicht. Was bleibt ist ein Film, der sich zu ernst nimmt um wirklich zu unterhalten, der aber für einen ernsten Film zu wenig reflektiert und somit mindestens so unrealistisch und fragwürdig ist wie die Vampirsaga. Der Vergleich zu Battle Royale ist jedenfalls beschämend. Da liegen Welten zwischen.

Details

Darsteller: Jennifer Lawrence, Stanley Tucci, Donald Sutherland, Lenny Kravitz, Woody Harrelson, Liam Hemsworth
Regie: Gary Ross
Länge: 142 min
FSK: 12
Veröffentlichung: 2012

Bewertung:

Mittwoch, 8. August 2012

The Dark Knight Rises



Story

8 Jahre sind vergangen seit Harvey Dents Tod und dem Verschwinden von Batman, dem man immer noch die Schuld für das Ableben des Staranwalts gibt. In Gotham ist Ruhe eingekehrt. Doch schon bald zieht ein gewaltiger Sturm über Gotham auf, mit dem Namen Bane, der keine Gefangenen nimmt und die Stadt in Schutt und Asche legen will. Ein letztes Mal muss sich Bruce Wayne in seine Maskerade werfen und die Stadt, die ihn verstoßen hat, retten. Oder ist es bereits zu spät?

Kritik

Wir alle haben es herbei gesehnt und nun ist es da. Das neue Meisterwerk von Regie-Ass und Batman-Neuerfinder Christopher Nolan der mit The Dark Knight Rises seine fulminante Trilogie des Dunklen Ritters beendet. Ich sage bereits jetzt, dass mir schon im Vorfeld klar war, dass die Erwartungen an den Film am Ende gar nicht völlig bestätigt werden konnten, da man mit The Dark Knight einfach so ein Brett vorgelegt hat, dass er vielleicht für immer als beste Comicverfilmung, ja gar als einer der fünf besten Actionfilme überhaupt in die Filmgeschichte eingehen wird. Nichts desto trotz, habe ich mich natürlich enorm auf den Abschluss der Reihe gefreut und ich wurde nicht enttäuscht. Ich beginne direkt mal mit dem Cast. Ich kann mich nicht erinnern in einem Film schon mal ein solches Ensemble gesehen zu haben. Bei wem soll man anfangen? Christian Bale, Michael Caine, Gary Oldman, Tom Hardy, Joseph Gordon-Levitt, Anne Hathaway, Morgan Freeman, Marion Cotillard und zwei weitere Stars, deren Nennung nur, den Film schon spoilern würden. Mehr geht einfach gar nicht. Da bleiben selbst die Avengers auf der Strecke. Und das ist auch nicht der einzige Grund warum Marvel gegenüber DC im Kinojahr 2012 in Sachen Qualität das Nachsehen hat. Aber zurück zu den Darstellern. Über Christian Bale bedarf es nur weniger Worte, besonders die erste halbe Stunde des Films lässt einen unweigerlich an Bales Method-Acting in The Machinist denken. Auch später spielt er einen emotional gebrochenen Mann, der ohne seine Maske nicht mehr existieren kann in dieser düsteren Welt. Der dunkle Ritter ist in seinem Finale sowohl psychisch als auch physisch schwer am Ende und kann nur noch seine letzten Kräfte bündeln und seine Ängste besiegen um letztlich auch das Böse zu besiegen. Wie schwer es Batman im dritten Teil der Trilogie hat, kann man an seinem Antagonisten Bane ausmachen. Bane ist körperlich so übermächtig, dass er Batman demütigt in dem er ihn sogar demaskiert und wortwörtlich bricht. Batman zahlt hier eine Menge Lehrgeld. Bane ist auch die Figur, mit der The Dark Knight Rises hätte fallen können, denn es ist wahrlich nicht einfach, Nachfolger einer so brillant gespielten Figur, wie die des Jokers in The Dark Knight, zu sein. Dementsprechend spielt der eigentlich charmante Tom Hardy seinen Schurken Bane auch ganz anders als Heath Ledger zu seiner Zeit den schrillen, anarchistischen Clown. Bereits in der Opening Sequenz in luftiger Höhe stellt Bane klar, dass er ein gewalttätiger und physischer Bösewicht ist, der nicht viel von Worten hält, sondern Taten folgen lässt, aber und das ist für unseren Helden Batman das Problem, Bane zeigt trotzdem Grips. Tom Hardy hat es sich dann auch nicht nehmen lassen und eine gewisse Prise Zynismus von Heath Ledger übernommen (Börsenheinz: "Hier gibt es kein Geld, das sie stehlen könnten! Bane: "Wirklich? Und warum seid ihr dann alle hier???"). Tom Hardy hatte es mit seiner Mundmaskerade besonders schwer schauspielerisch zu überzeugen, da ihm kaum Möglichkeiten zur Mimik gegeben waren. Aber Hardy löste das Ganze durch seine einzigartige Präsenz und seine genuschelte und herrlich betonte Sprache. Bane ist, wie er selbst sagt, Gothams Abrechnung, das notwendige Böse. Das nimmt man dem hochbegabten Hardy sofort ab, auch wenn er längst nicht so präsent ist wie der Joker. Auch andere Stammdarsteller von Christopher Nolan überzeugen. Besonders hervorzuheben sind die emotionalen Darstellungen von Joseph Gordon-Levitt als immer mutiger werdender Polizist Blake, Michael Caine zu Tränen rührend als Butler Alfred und Gary Oldman in seiner Paraderolle als Comissioner Gordon. Doch irgendwie wird ihnen trotz hervorragender Leistungen die Show von einer Dame gestohlen, die man so gar nicht auf der Rechnung hatte: Anne Hathaway als Catwoman. Wer mich kennt, weiß, dass ich die Dame nicht wirklich leiden kann, aber als Catwoman, mein lieber Scholli, überzeugt sie wirklich auf ganzer Linie. Sowohl ihr Charakter ist wesentlich ausgereifter als in den alten Batman-Filmen, als auch ihre körperlichen Fähigkeiten. Hathaway verdrischt die Männerwelt nur so vor Wut und Energie. Welche Szenen mit besonders in Erinnerung geblieben sind? Auf jeden Fall das emotionale Gespräch zwischen Bruce Wayne und Butler Alfred. Einfach nur rührend. Auf eine ganz andere Art und Weise begeistert die schon aus den Trailern bekannte Szene, in der Bane während eines Football-Spiels das Spielfeld von unten sprengen lässt. Grandios vor allem deswegen, weil zuvor in Totenstille die Nationalhymne gesungen wird in ihrer reinsten Form, von einem kleinen Jungen, während sich das Böse, in Gestalt von Bane, seinen Weg ins Stadion schafft. Das große Spektakel an Action und Spannung fährt dann die letzte dreiviertel Stunde auf, über die ich aber nichts erzählen werde, da dies ohne Spoiler einfach nicht möglich ist. Das würde euch den Film definitiv versauen. Aber nun weiter mit der Lobeshymne, denn meine Begeisterung wird auch von Regisseur Nolan erzeugt, der die Actionszenen, wie immer gekonnt in Szene setzt, aber vor allem dem das Meisterstück gelingt die vielen zunächst unübersichtlichen Plots und Handlungsstränge am Ende alle zusammen zu bringen und zu lösen, ohne große Logikfehler. Ganz stark! Lob gebührt auch dem fantastischen Score von Mastermind Hans Zimmer. Gänsehaut pur! Aber nun genug gelobt, es gibt nämlich auch einige Gründe, warum The Dark Knight Rises letztlich nicht so gut ist wie sein Vorgänger. Zum einen liegt das an der zu kurz bemessenen Screentime der eigentlichen Hauptfigur Batman. Es vergehen knappe 40 Minuten bis Bats überhaupt im Einsatz zu sehen ist und dann auch nur kurz und im Mittelteil auch wieder nicht für eine ganze Weile. Das ergibt zwar Sinn im Rahmen der Handlung, aber ich behaupte einfach mal, dass man das besser hätte lösen können. Außerdem fehlen mir die ganz großen Magic Moments, die den Film perfekt hätten machen können. Man muss aber zugeben, dass die Magic Moments in The Dark Knight fast ausschließlich von Heath Ledger kamen. Und so sind wir wieder beim Ausgangspunkt, den Erwartungen.

Fazit

Meine Erwartungen wurden nahezu vollständig erfüllt. Wer jedoch den Film an The Dark Knight messen will, der könnte schon ein kleines Stückchen enttäuscht sein. Nolan und seine fantastischen Darstellern schließen den Kreis der mit Batman Begins eröffnet wurde. Dabei blieb die Filmreihe ohne Ausfall auf enorm hohem Niveau. The Dark Knight Rises ist so emotional wie kaum ein Actionfilm je zuvor und das passt perfekt für den (fast) epischen Abschluss der Dark Knight Trilogie. Das wichtigste zum Schluss, keine der 164 Minuten ist auch nur im Ansatz langweilig. Wer das Gegenteil behauptet ist ein Spinner.

Details

Darsteller: Christian Bale, Gary Oldman, Tom Hardy, Michael Caine, Anne Hathaway, Joseph Gordon-Levitt, Morgan Freeman, Marion Cotillard
Regie: Christopher Nolan
Länge: 164 min
FSK: 12
Veröffentlichung: 2012

 Bewertung: 


Sonntag, 29. Januar 2012

Film-Review: Wrong Turn 4 - Bloody Beginnings (2011)


von Fincky


Story
Der vierte Teil der "Wrong Turn"-Reihe ist ein Prequel und erzählt somit die Vorgeschichte der ersten Teile. Er zeigt wie drei verrückte Hillbillys sich aus einer Klapse befreien und dort alles verbluten lassen, was nicht rechtzeitig auf dem Baum sitzt. Ein paar Jahre später machen sich ein paar Jugendliche auf zum Wintersportausflug, als sie sich verirren, landen sie, natürlich, genau in dieser Klapse um dort zu rasten. Ein wortwörtlicher Albtraum beginnt für die Teenies...

Kritik
Zunächst muss ich klar stellen, dass Wrong Turn 4 tatsächlich besser ist als die letzten beiden Vorgänger. An den wirklich guten und aufregenden ersten Teil kommt der Streifen natürlich nicht heran, aber er ist wesentlich unterhaltsamer als die sehr dürften Parts 2 und 3. Die Jungdarsteller sind nicht ganz so mies und grottig wie sonst und können tatsächlich an der einen oder anderen Stelle doch für ein paar Sympathiepunkte sorgen. Dennoch muss der Film natürlich die gängigen Saufen, Ficken und Kiffen Klischees bedienen. Leider, denn ansonsten könnte man behaupten, dass der Film sogar ganz gut ist. Da der Film sich als Prequel sieht, muss man ihm leider auch ankreiden, dass einige Logiklöcher entstehen in Zusammenhang mit den ersten Episoden. Auch das geringe Budget sieht man dem Streifen mühelos an. Das Make-Up der Hinterwäldler ist regelrecht dilletantiisch und auch die nicht raren Gore-Effekte sind nicht grade reif für Hollywood, amüsieren mit ihrer absoluten Überspitzung jedoch auf ganzer Linie. Ebenfalls maßlos übertrieben, aber gelungen, ist die Opening-Scene, in der die Patienten der Anstalt ausbrechen und zu klassischer Musik ein wahres Chaos veranstalten. "Einer flog über das Kuckucksnest" lässt grüßen.

Fazit
Was bleibt, ist ein durchschnittlicher Genre-Film und das ist als Kompliment zu betrachten, denn zwei der drei Vorgänger sind weit entfernt von diesem Prädikat. Auf Grund der kurzen Spielzeit ist Wrong Turn 4 für alle Splatter- und Gorefans ein sehenswerter Film. Wer Anspruch erwartet, ist hier natürlich völlig falsch.

Details
Darsteller: Jenny Pudavick, Tenika Davis
Regie: Declan O'Brien
Länge: 84 min
FSK: 18
Veröffentlichung: 2011

Bewertung: 5/10

Sophie meint: "...eklig"

Dienstag, 17. Januar 2012

Film-Review: BloodRayne 3 - The Third Reich (2010)

von Fincky 
 



Inhalt: Die Dhampirin Rayne kämpft im zweiten Weltkrieg mit Untergrundgruppen gegen die Nazis. Durch einen Fehler ihrerseits verwandelt sich der deutsche Kommandant ebenfalls in einen Tagwandler. Und da könnte man Hitler ja direkt mal unsterblich machen…


Kritik: Uwe Boll Y ARE U DOIN’ THIS? Berechtigte Frage. Ein Mensch der sich so feindseelig in der Presse gibt und sich immer für maßlos unterschätzt hält, ist fraglich völlig zu Recht kritisiert bei dieser Filmographie. Pseudomoralischer Müll wie „Rampage“ oder der ekelhafte, menschenverachtende „Siegburg“ paaren sich mit talentfreien Videogame-Verfilmungen wie „Far Cry“, „Alone in The Dark“ oder besagte „Bloodrayne“Trilogie. In Boll-Filmen stimmt in der Regel nichts, maximal die Grundidee. Der dritte Teil der Bloodrayne-Reihe macht dagegen alles falsch. Sämtliche Akteure sind absolut unsympathisch. Das muss man erst mal schaffen, dass die Hauptfiguren genauso uncharismatisch wirken, wie sämtliche Nazis im Film. Die Actionszenen sind famos schlecht in Szene gesetzt, Spannung kommt deshalb nie auf. Die Dialoge lesen sich wie Aufsätze aus der 6. Klasse und in Sachen Mimik und Gestik geht bei den Darstellern gar nichts. Sogar der Filmscore ist unter aller Sau. Die Kulissen sind grade noch akzeptabel, die Kostüme dagegen mehr als peinlich, besonders das, der Hauptakteurin. Diese wird, wie schon im zweiten Teil, von Natassia Malthe gespielt, die außer einer üppig zur Schau gestellten Oberweite nichts zu bieten hat. Stattdessen muss sie sich sogar noch von Regisseur Uwe Boll vorführen lassen, in dem sie eine Lesben-Sex-Nummer darstellen muss. Völlig nackt. Dazu läuft reinste Softpornomusik. Danke Uwe Boll, ihr Frauenbild scheint in der Tat sehr interessant zu sein. Ansonsten gibt es viele andere Bekannte Boll-Gesichter zu sehen. Brendan Fletcher, der als einziges Element bereits in Bolls „Rampage“ überzeugen konnte, spielt ebenfalls wieder mit, genauso wie Michael Paré, der ja nun schon zur Standard-Ausstattung Bolls gehört. Das einzig positive an dem Film ist, dass er nach nichtmal 70 Minuten glücklicherweise schon vorbei ist. Weshalb sich „Bloodrayne: The Third Reich“ noch einen Punkt verdient.

Fazit: Mit unter der schlechteste Film, den ich je sehen musste. Uwe Boll SHAME ON YOU!

VÖ: 2010
Originaltitel: Bloodrayne - The Third Reich
Genre: Action-Horror
FSK: 18
Regie: Uwe Boll
Drehbuch: Michael Nachoff
Darsteller: Natassia Malthe, Michael Paré, Clint Howard, Brendan Fletcher

Gesamteindruck: 1/10

Film-Review: Das Ding aus einer anderen Welt (1982)

von Fincky 


Inhalt: Forscher am Südpol entdecken bei ihren Forschungen einen außerirdischen Organismus, der seine Gestalt ändern kann, wenn er in Kontakt mit anderen Organismen kommt. Erst sind es Hunde die für das Alien sterben müssen, dann ist das Forscherteam dran… Hilfe sucht man am Südpol vergebens.


Kritik: John Carpenters Version des „The Thing“-Stoffes zeigt uns Body-Mutation und Scifi-Horror vom Feinsten. Ein Film der mich persönlich ziemlich gegruselt und geekelt hat. Gruselig war er in den stillen und ruhigen Momenten in der menschenarmen Forschungsstation, die zuweilen an eines der Raumschiffe aus den Alienfilmen erinnert hat. Das Gefühl von Enge und Claustrophobie wollte nie weichen. Ekelhaft waren vor allem die für 1982 famos erzeugten Body-Mutation Effekte, die wirklich grandios, widerwärtig und kunstvoll zur selben Zeit aussahen. Was Carpenter ebenfalls sehr realistisch erscheinen lässt, ist die Beziehung zwischen den Forschern und Team-Mitgliedern, die sich einander im Verlauf des Films immer weniger vertrauen, da jeder von ihnen bereits mit dem Virus des Aliens infiziert sein könnte. Leider gaben sich die Autoren beim Schreiben der Charaktere und bei der Besetzung dieser nicht so viel Mühe. Klar, Kurt Russell war zur damaligen Zeit ein Zugpferd und er macht seine Sache wirklich gut und wenn man genau hinsieht denkt man, dass er heute ein Mitglied der Kings Of Leon ist. Aber das nur nebenbei. Aber die anderen Charaktere als auch Darsteller sind beliebig austauschbar. Sie machen nichts falsch, tragen aber auch nichts dazu bei den Film qualitativ zu verbessern.

Fazit: Eine atmosphärisch brillianter Mix aus Cronenbergs „Die Fliege“ und Scotts „Alien“. Die Effekte sind grandios, die Stimmung ebenfalls. Über kleine Lücken in der Besetzung kann man hinweg sehen. Wer das schafft, bekommt einen überzeugenden und großartigen Film der 80er Jahre gezeigt.

VÖ: 1982
Originaltitel: The Thing
FSK: 16
Genre: Horror/Sci-Fi
Regie: John Carpenter
Drehbuch: Bill Lancaster, John W. Campbell Jr.
Darsteller: Kurt Russell, Keith David, Richard Masur

Gesamteindruck: 9/10

Montag, 9. Januar 2012

Film-Review: The Texas Chainsaw Massacre - Blutgericht von Texas (1974)

 von Fincky

Inhalt: 5 normale Jugendliche machen einen gemütlichen Ausflug. Nach dem sie einen seltsamen Anhalter mitgenommen habe und sie ein altes haus von einem Verwandten aufgesucht haben beginnt der größt möglicher Terror, den man sich vorstellen kann. Oder besser gesagt, den man sich nicht mal mehr vorstellen kann.


Kritik: Der Ruf, den dieser Film mit sich zieht, ist groß und in Deutschland regelrecht berüchtigt. Die ungeschnittene Fassung liegt quasi seit Veröffentlichung des Films auf dem Index, bzw. seit seiner Heimkino-Auswertung und war sogar zwischenzeitlich beschlagnahmt. Seit kurzem ist der Film endlich von Index. Im Vergleich zu heutigen Filmen fällt diese Entscheidung fast lächerlich aus. Dennoch ist der Film um seinen Kettensägen schwingenden Antagonisten Leatherface natürlich kein Kindertheater.

Im Gegenteil: Der Film versorgt zwar nicht mit sonderlich blutigen Szenen, dafür aber mit massig verstörenden und beängstigenden atmosphärischen Szenen. Das ist wahres Terror-Kino. Allein die Tonspur des Films dürfte, sogar ohne passende Bilder, für zahlreiche Nightmares sorgen. Wenn man so will, ist TCM sogar die Begründung des Terror-Kinos wie wir es heute leider viel zu oft vor die Augen gesetzt bekommen. Aber Tobe Hoopers Film arbeitete da noch ganz anders. Die Gewalt spielte sich im Kopf ab und nicht in lang ausgedehnten Gore-Szenen á la „Martyrs“, „Hostel 2″ oder „A Serbian Film“. Fantastische Arbeit lieferte der unter einer Maske versteckte Gunnar Hansen als Leatherface ab. Ohne Einsatz von Mimik, nur mit Geräusch und Gestik schafft er es dieser durch und durch kranken Persönlichkeit Leben einzuhauchen. Eindrucksvoll und verstörend.

Beim Schauen des Films hat mich vor allem die schmutzige und rohe Art und Weise des Streifens fasziniert. Es wird nichts schönes gezeigt, selbst was schön wirkt, könnte eine Bedrohung sein für die Protagonisten. Obwohl die Sonne scheint, obwohl alles nach einem wunderbaren Sommertag aussieht, wirkt das Ganze auf den Zuschauer eher wie ein Fiebertraum. Der Kritiker der von mir geschätzten Seite filmstarts behauptet, dass der Kult um diesen Film wieder einmal durch den Zusatz „Based On A True Story“ entstanden ist und noch bis in die 80er hinein das Gerücht nicht widerlegt wurde. Hilfreich ist dabei beispielsweise, dass der Film zu Beginn des Films in einer Reportage ein Datum der üblen Vorkommnisse nennt. Dieses Datum ist zeitlich jedoch nach dem eigentlichen Drehbeginn angesetzt. So einfach hätte man das aufklären können. Dennoch ist der Zusatz „Based Of A True Story“ ja berechtigt, so hat Regisseur Tobe Hooper nie einen Hehl daraus gemacht, dass er sich von Serienkiller Ed Gein hat inspirieren lassen. Deshalb muss ich filmstars auch widersprechen, denn ich finde der Film zieht seinen Kult und seine Faszination ganz klar aus seiner terrorhaften Atmosphäre, die selbst heute noch absolut unter die Haut geht.

Fazit: Das berühmt-berüchtige „Texas Chainsaw Massacre“ lässt ein Blutbad erwarten, zeigt aber stattdessen weniger davon und verstört den Zuschauer vor allem durch eine tief eindringende, ekelhafte, verstörende Atmosphäre, die man ansonsten wohl nur im ersten Teil von „Halloween“ zu sehen bekommt. Ein Meisterwerk mit leichten Schwächen im Finale.

Originaltitel: The Texas Chainsaw Massacre
VÖ: 1974
Genre: Horror/Slasher
FSK: 18
Regie: Tobe Hooper
Drehbuch: Tobe Hooper, Kim Henkel
Darsteller: Gunnar Hansen, Marilyn Burns, Edwin Neil

Gesamteindruck: 9/10

Film-Review: Bloodsport - Eine wahre Geschichte (1988)

 von Fincky

Inhalt: Frank Dux wird als kleiner Junge vom Kampfsportmeister Tanaka zum Training seines Sohnes aufgenommen. Als dieser stirbt, beginnt Tanaka den Amerikaner zu trainieren mit dem großen Ziel ihn irgendwann zum großen Full Contact Kumite nach Hong Kong schicken zu können. Jahre später ist es soweit und Frank macht sich auf nach Asien um dem blutigen Turnier beizuwohnen.


Kritik: Nein, die Wertung von 10 Punkten ist Gewiss nicht übertrieben. Bloodsport ist DER Kampfsportfilm überhaupt. Ich weiß auch gar nicht wo ich anfangen soll. Nehmen wir die Musik. Natürlich bekommt man hier nicht so hochwertige Score-Stücke wie bei Rocky auf die Ohren, aber allein das Stück „Fight To Survive“ von Stan Bush ist ein absolutes Motivationsgenie. Der Song passt perfekt zu den gezeigten Szenen. Alles natürlich 80s Deluxe. Schön trashig, aber toll. Dann die Darsteller: JCVD ist kein guter Schauspieler, nicht mal ein passabler. Lediglich in „Until Death“ und „JCVD“ zeigte der Belgier vernünftige Leistungen mit Sprache, Mimik und Gestik. Aber letztlich will man von „The Muscles From Brussels“ auch eher seine technischen Fähigkeiten der Kampfkunst sehen. Und davon gibt es in „Bloodsport“ reichlich zu sehen.

Fantastisch choreografierte Kämpfe in denen van Damme natürlich der Höhepunkt ist. Auch die Anstrengungen der Trainingsszenen im ersten Drittel des Films werden sehr gut vermittelt. Das kann der Belgier also wirklich gut. Bekannt ist dagegen, dass Jean-Claude fast ohne jegliche Mimik spielt, was dann das ein oder andere Mal etwas seltsam wirkt, aber in so einem Film absolut keine Rolle spielt. Donald Gibb spielt den riesigen und kräftigen Buddy von van Damme. Die Rolle ist sehr sympathisch und wurde in späteren Martial Arts Filmen häufig kopiert. Ebenfalls witzig und sympathisch spielen Forest Whitaker (!!!) und Norman Burton ihre Rollen als Aufpasser von van Damme in Hong Kong.

Die Story ist natürlich sehr einfach gehalten, damals aber noch recht frisch gewesen. Erst die vielen Aufgüsse, Fortsetzungen und Abklatsch-Versionen haben die Geschichte mit dem amerikanischen Lehrling eines asiatischen Meisters so abgelutscht. Während des Kampfturniers gibt es dann noch eine kleine Liebesgeschichte und viele (unfreiwillig) komische Momente. Das Hauptaugenmerk liegt aber bei den Kämpfen und die sind famos in Szene gesetzt. Druckvoll, realistisch und manchmal sehr schmerzend. Wenn man bedenkt, dass der Film beinahe nie veröffentlicht wurde, da die erste Schnittfassung sehr mies war, muss man van Damme dafür danken, dass er sich für einen Recut eingesetzt hat, der scheinbar alles besser machte als der Rohschnitt. So dürfen wir auch die herrlich cheesigen Dialoge bewunderen (Jackson: „Aren’t You A Little Young For Full Contact?“ – Frank: „Aren’t You A Little Old For Videogames?“ oder das berühmte „OK USA“). Wirklich schade, dass Jean-Claude van Damme soviel Mist danach drehen musste und lediglich 4-5 halbwegs taugliche Filme in seiner Discografie aufweisen kann („Universal Soldier“, „Bloodsport“, „Kickboxer“, „JCVD“, „Until Death“).

Fazit: Ich habe die alte VHS meines Vaters früher so oft geguckt. Nicht nur, dass der große FSK 18 Hinweis sehr verlockend war, nein es war auch das Artwork mit dem springenden van Damme in Aktion. Genauso fasziniert war ich von dem Film. Und das bin ich auch heute noch, wenn auch auf etwas andere Weise. Kurios, dass der Film trotz des extremen 80s Appeals immer noch so hervorragend funktioniert und für Trash-Freunde und Martial Arts-Fans eine wahre Perle ist.

Originaltitel: Bloodsport
VÖ: 1988
FSK: 18
Regie: Newt Arnold
Drehbuch: Christopher Cosby, Mel Friedman
Darsteller: Jean-Claude van Damme, Donald Gibb, Forest Whitaker

Gesamteindruck: 10/10

Film-Review: The Crow (1994)

 von Fincky

Inhalt: Es ist Teufelsnacht. Die Nacht vor Halloween. Randalierer zündeln in der ganzen Stadt in Zerstörungs- und Gewaltlust. Dabei töten sie den Rockmusiker Eric Draven und seine Verlobte Shelly. Ein Jahr später erwacht Eric in seinem Grab und begibt sich auf einen blutigen Rachefeldzug.


Kritik: „The Crow“ ist eine Legende, ein Kultfilm. Der Film selbst hat dazu etwas beigetragen, aber weniger als der Personenkult um den Darsteller Brandon Lee. Der Sohn von Martial-Arts Legende Bruce Lee verstarb bei den Dreharbeiten durch einen blöden Unfall und konnte die Dreharbeiten nicht mehr abschließen. Mittels Computertechnik und einem Double konnte der Film dennoch fertiggestellt werden und erlangte seit dem enorme Bekannt- und Berühmtheit. Brandon Lee spielt in der düsteren Comicverfilmung den rächenden Rockmusiker Eric Draven sehr überzeugend. Weniger in den ruhigen Momenten, in den schon durchsickert, dass die Charaktere und auch Dialoge sehr konventionell und vorhersehbar sind. An einigen Stellen, in den Draven eine Drogensüchtige therapiert, fühlt sich das Ganze sogar nervig an. Aber in allen anderen Momenten überzeugt der Film auf ganzer Linie. Dravens Rachefeldzug wirkt romantisch und im revolutionären Gothic-Look, an dem sich später noch „Underworld“, „Blade“ und Co. bedienen sollten, nahezu revolutionär. Die Schauwerte des Films sind erhaben und auch der Industrial-Soundtrack um The Cure und Trent Reznor passt perfekt. In den atmosphärischen und auch manchmal recht brutalen Szenen (gemessen an 1994) überzeugt Brandon Lee jedenfalls.

Fazit: „The Crow“ ist in Sachen Style und Look eine Blaupause der 90er Jahre. Die Story und ihre Charaktere gönnen sich dagegen auch ihre Pausen. So verbleibt ein Kultfilm mit beachtlicher Optik und Stimmung, aber einigen Schwächen im Plot.

Originaltitel: The Crow
VÖ: 1994
Genre: Horror/Fantasy
Regie: Alex Proyas
Drehbuch: James O’Barr
Darsteller: Brandon Lee, Bai Ling, Michael Wincott

Gesamteindruck: 7/10

Serien-Review: The Wire - Season 1

 von Fincky

Inhalt: Die erste Staffel der Serie "The Wire" von Schöpfer David Simon zeigt vor allem den Alltag einer neu gegründeten Einheit der Polizei von Baltimore in den USA. Die Einheit wurde gegründet um einen gefürchteten Drogenring um den unscheinbaren Avon Barksdale zu unterlaufen und zu zerschlagen. Zunächst macht sich die neue Kommission nicht sonderlich gut, verständlich, denn ist ein zusammengewürfelter Haufen. Doch als Mordermittler Jimmy McNulty und der Lt. Cedric Daniels immer mehr die Führung der Truppe übernehmen und jeder Ermittler den Ernst der Lage erkannt hat könnte der Fall doch noch ein großer Erfolg werden...

Kritik: Über "The Wire" gibt es im Netz eigentlich nichts Schlechtes zu lesen. Ganz im Gegenteil, viele Serien-Fans sehen in den Ermittlungen von Baltimore, die vielleicht beste TV-Serie aller Zeiten (laut FAZ, NY Times und Kennern). Dass die Serie stark ist, steht sowieso außer Frage, da sie vom Pay-TV Sender HBO ("The Sopranos", "Band Of Brothers", "Boardwalk Empire", "Game Of Thrones", "True Blood") produziert wurde. In der ersten Staffel steht, wie erwähnt, eine Sonderkommission im Mittelpunkt des Geschehens. Doch anders als in etwaigen Polizei/Krimiserien wie CSI und Co. steht nicht jede Woche ein neuer Fall im Vordergrund, sondern die ganze Staffel zeigt einen Fall bis ins kleinste Detail. Von Fahndungen, Zeugenbefragungen, Abhöraktionen bis zu den kleinen Feinheiten des Tages. Ebenfalls zur damaligen Zeit ziemlich neu war die Idee den "Bösewichtern" und Verbrechern fast genauso viel Screentime zu schenken wie den Ermittlern. Deshalb bekommt der Zuschauer auch öfter Gewissensprobleme, wenn er ab und zu mit den Dealern und Drahtziehern sympathisiert.

Was "The Wire" jedoch so besonders macht, ist der unfassbare Realismus der Serie. Die Charaktere sind wunderbar und fein geschrieben, die Settings sind so trist, wie greifbar. Die Drogenszenerie hinterlässt oft einen ziemlichen Schauer. Schuld daran ist der kreative Kopf hinter der Serie, David Simon, der als Autor selbst ein Jahr lang eine Spezialeinheit der Polizei in Baltimore hautnah begleitet hat und seine Erfahrungen so perfekt in die Serie einbringen konnte.

Für Zuschauer, die sich nicht die Zeit nehmen wollen oder können, in die komplexe und tiefgründige Handlung hineinzublicken bleibt nichts anderes übrig, als die DVD wieder aus dem Player zunehmen. "The Wire" erfordert eine Menge Aufmerksamkeit. Zwar sind auch die ersten Episoden sehr gut gestaltet, doch die wahre Blüte geht erst in der zweiten Hälfte der Staffel richtig auf.

Fazit: "The Wire" ist in der Tat eine der besten Serien aller Zeiten. Für mich sind "The Sopranos" noch einen kleinen Zacken intensiver, aber "The Wire" kann sich in meinem Ranking direkt dahinter einordnen. Eine Serie für anspruchsvolle Zuschauer. Die zweite Staffel rotiert schon!

Originaltitel: The Wire - Season 1
VÖ: 2002

Genre: Crime/Drama
FSK: 16
Idee: David Simon
Produktion: David Simon
Darsteller: Dominic West, John Doman, Wood Harris, Larry Gilliard Jr.

Gesamteindruck: 10/10



Sonntag, 8. Januar 2012

Film-Review: Orphan - Das Waisenkind (2009)

von Fincky

Inhalt: "Orphan" ist ein Horrorfilm, der ein Ehepaar bei der Adoption eines Waisenkindes zeigt, nach dem die Ehefrau eine Todgeburt hatte. Das Paar hat zwar schon zwei Kinder, versucht aber mit der Adoption die entstandene Trauer zu überwinden. Anfangs scheint mit der kleinen Esther alles fantastisch zu laufen. Das Mädchen ist intelligent, zeigt sich sozial und ist der Traum aller Eltern. Doch allmählich wird klar, warum das dunkelhaarige Mädchen das Pech in ihrer Umgebung nur so anzieht...

Kritik: Schon wieder ein Horrorfilm mit bösen, kleinen Kindern? Ja - auch nach der ellenlangen Aufreihung von "Der Exorzist", "Das Omen", "The Ring", "The Grudge", "The Children" und Co. ist das Thema scheinbar noch lange nicht gegessen. Das liegt vor allem an den guten Einspielergebnissen, aber auch an der meist hohen Qualität solcher Filme. "Orphan" von Regisseur Collet-Serra ("Unknown Identity") macht jedoch auch vieles neu. Zum Beispiel ist das kleine Mädchen Esther nicht, wie üblich im Genre, ein Geist, sondern etwas ganz anderes wird sich am Ende für den Zuschauer herausstellen. Leider auch etwas, auf das der Betrachter niemals hätte kommen können, da es dafür keine Anzeichen gab. Etwas unfair für Mitknobler. Ansonsten macht der Film aber alles richtig. Angefangen bei der famosen Jungdarstellerin Isabelle Fuhrmann, die trotz ihres jungen Alters brilliant die Facetten ihrer Rolle ausspielt. Eine Traumleistung! Aber auch die Eltern werden perfekt von Peter Sarsgaard ("An Education", "Flightplan", "Green Lantern"), als Vater zwischen den Fronten und Vera Farmiga ("Up In The Air"), als zerbrechliche zu Scheitern drohende Mutter, gespielt. Gruselig ist der Film, trotz seines Genres, eher weniger. Der Horror wird schlichtweg in der Situation der Personen dargestellt. Unblutig ist der Film aber nicht. Esther ist zu einigen richtig fiesen Taten fähig. Ihre ganze Aura wirkt bereits nach kurzer Spielzeit atemberaubend, aber bedrohlich zugleich. Zudem stimmen die Settings und auch das Erzähltempo. Es ist ja nun wirklich eher selten, dass ein Horrorfilm die magische 2 Stunden-Grenze überschreitet.

Fazit: Wer auf anspruchsvolle Horrorfilme mit wenig Gore, aber dafür fantastisch aufgelegten Darstellern steht, liegt mit "Oprhan" genau richtig!

Originaltitel: Orphan
VÖ: 2009
Genre: Horror
FSK: 16
Regie: Jaume Collet-Serra
Drehbuch: David Johnson, Alex Mace
Darsteller: Isabelle Fuhrmann, Peter Sarsgaard, Vera Farmiga

Gesamteindruck: 9/10

Sophie meint: "...gut..."


Film-Review: Buried - Lebendig Begraben (2010)

von Fincky

Inhalt: Rodrigo Cortes Film „Buried“ zeigt den Überlebenskampf von Trucker Paul Conroy, der in einem Sarg mitten im Irak lebendig begraben wurde. Paul weiß nicht warum, nicht genau wo, nicht wie und vor allem nicht, wie er je wieder lebendig aus dem Sarg kommen soll.


Kritik: „Buried“ zeigt lediglich eine Kulisse, nämlich das Innere des Sargs in dem Paul Conroy begraben ist. Zusehen ist auch nur ein einziger Darsteller. Ein hartes Pflaster für einen Darsteller 90 Minuten allein einen Spielfilm zu tragen. Als man dann auch noch Comedy-Fachmann Ryan Reynolds in der Besetzungsliste erlesen musste, konnte man sich noch viel weniger vorstellen wie das Rezept des Streifens aufgehen soll. Doch nach knall anderthalb Stunden wurde man eines besseren belehrt. Ryan Reynolds liefert eine tadellose Leistung ab und der Film ist trotz der geringen optischen Schauwerte kurzweilig, spannend und sehr unterhaltsam. Man weiß nie was passieren wird. Lediglich das Ende lässt sich ca. 10 Minuten vor dem Ende etwas erraten. Aber das nimmt nichts von der Qualität des Films. Besonders intensiv schwappt die klaustrophobische Stimmung des Settings auf den Zuschauer über. Besonders durch die räumlichen Optionen einer Heimkinoanlage überzeugt das panische Gefühl, welches die Enge erzeugt. Einen kleinen Abzug gibt es nur für die etwas aufgesetzt und gezwungenen politischen Botschaften des Films.

Fazit: „Buried“ ist ein echter Geheimtipp, der zu jeder Sekunde zu überzeugen weiß. Intensive Gefühle, eine schaurige Atmosphäre und ein absolut überraschend starker Ryan Reynolds machen diesen Film zu einem Muss!

Originaltitel: Buried
VÖ: 2010
Regie: Rodrigo Cortes
Drehbuch: Chris Sparling
Darsteller: Ryan Reynolds

Gesamteindruck: 9/10

Film-Review: Scream 4 (2011)

  von Fincky

Inhalt: Sidney Prescott, Überlebende der drei Ghostface-Massker, kehrt in ihre Heimatstadt Woodsboro zurück um dort ihre Lesereise für ihr eigenes Buch zu beginnen. Doch das Roman-Debüt wird gestört durch eine neue Mordreihe, die es zunächst nur auf Sidneys Nichte und ihre Highschool-Freunde abgesehen hat.


Kritik: Ich weiß nicht, wieviele Leute wirklich noch auf eine Fortsetzung der Scream-Trilogie gesetzt und gehofft haben, aber auf jeden Fall hat sich das Warten aus meiner Sicht sehr gelohnt. Einen großen Anteil daran tragen vor allem Regisseur Wes Craven und Autor Kevin Williamson die wieder mit am Scream-Bord sind. Und auch der Maincast um Neve Campbell, Courteney Cox und David Arquette hat sich wieder für eine Slasher-Fortsetzung am Set versammelt. Dazu gesellen sich vor allem zahlreiche Serienstars wie Anna Paquin (True Blood), Kristen Bell (Veronica Mars), Aimee Teegarden (Friday Night Lights), Emma Roberts (Unfabulous), Hayden Penattiere (Heroes) und Adam Brody (OC California), von denen sich bereits einige nach nicht ein Mal fünf Minuten wieder verabschieden.

Und da sind wir auch schon bei der wichtigen Opening-Sequenz, die ja zum Markenzeichen der Scream-Reihe geworden ist, neben den ungewöhnlichen Twists am Ende jedes Films. Das Opening mit seinem Film im Film im Film Motiv ist schlichtweg großartig und spielt seine Spannung bis zum tödlichen Ende aus. Fantastisch! Dazu lässt sich direkt erkennen, dass zwischen dem dritten und vierten Teil einige Jahre ins Land gezogen sind. Themen wie Torture Porn (SAW), Facebook und Remakes waren damals alles andere als Dialoginhalt. Und ein Dialog zeigt auch bereits die Veränderungen in der Gesellschaft, als der Killer mit einem Mädchen telefoniert und sagt: „Ich schlitze dich auf bis zu den Knochen“ und diese das Handy unbeeindruckt an ihre Freundin mit den Worten: „Hier, ist für dich!“ weitergibt. Viel Zeit ist auch für die Hauptrollen vergangen, die zunächst wie eingesetzt in eine neue Welt wirken. Doch nach und nach ergibt sich, wie sich das Leben von Sidney, Gale und Dewey verändert hat. Natürlich darf auch der schwarze Humor („Wo ist Marnie?“ – „Sie ist im Schneideraum!“ oder „Es gibt Regeln… Ich bin schwul… wenn das hilft„) nicht fehlen und die zahlreichen Anspielungen an andere Filme („Keine kleinen asiatischen Geistermädchen„). Scream liefert auch immer wieder Hommagen an sich selbst ab, als wie im ersten Teil, ein Garagentor eine wichtige Rolel spielt. Seitenhiebe an die Kinobranche á la „Nur noch Remakes, mehr wird von den Studios nicht freigegeben“ verkneift sich der Film natürlich auch nicht.

Und das ist auch gut so. Ganz besonders grandios ist die Auflösung, also der finale Twist des Films, der mindestens Teil 2 und 3 problemlos überbietet und mich persönlich komplett überrascht hat. Damit hätte ich wirklich nie im Leben gerechnet. Und genau das ist es, was die Scream-Reihe immer hochklassig gehalten hat und auch weiter wird. Kaum etwas ist berechenbar, man wird häufig überrascht und erschreckt. Genauso muss es sein. Scream 4 ist kein Film, der Angst verursacht, aber ein Film der ohne Folter und Gore auskommt (aber trotzdem wesentlich blutiger ist als die Vorgänger) und trotzdem ein Horrorpublikum nahezu komplett überzeugen kann.

Fazit:Neues Jahrzehnt – Neue Regeln“ – Endlich, nach gefühlten Jahren, hat es wieder ein Horrorfilm geschafft mich gleichzeitig zu schocken, gruseln, unterhalten und überraschen. Ich bin fast gänzlich vom vierten Teil der Saga überzeugt und hoffe in der Tat auf mindestens eine weitere Fortsetzung. Wunderbar!

VÖ: 2011
Regie: Wes Craven
Drehbuch: Kevin Williamson
Darsteller: Neve Campbell, Hayden Panettiere, David Arquette, Courteney Cox, Emma Roberts

Gesamteindruck: 8/10

Film-Review: World Invasion - Battle Of Los Angeles (2011)

  von Fincky

Inhalt: In der Nähe verschiedenster und zahlreicher Metropolen der Erde schlagen unerwartet Meteroiden ein. Das Militär ist weltweit in Alarmbereitschaft. Auch in Los Angeles. Die ganze Stadt wird evakuiert. Doch schnell stellt sich heraus, dass es sich keineswegs um Gesteine, sondern um Lebewesen aus dem All handelt, die die Erde kolonisieren wollen.


Kritik: World Invasion ist einer der größten Flops des Kinojahres. Durch den Trailer mit Spannung erwartet, gab es letztlich fast ausschließlich verherrende Kritiken. Ganz so schlimm wie der Tenor, finde ich den Film nicht. Ich habe nichts anderes erwartet als einen oberflächlichen Actionkracher mit fiesen Aliens und deftigen Zerstörungsorgien. Und nichts anderes bekommt der Zuschauer letztlich zu sehen. Anders als in vielen Katastrophenfilmen, bekommt man hier eben nicht den Präsident zu sehen und auch keine Forscher, sondern ganz übliche Marines mitten im Gefecht. Pathos fehlt natürlich trotzdem nicht. Tiefgründige Charaktere sind dafür nicht vorhanden. Lediglich der Staff Sergeant im Vorruhestand, gespielt von Aaron Eckhardt, zeigt etwas Profil in seiner Figur. Dafür gibt es geniale Special Effects, zahlreiche Explosionen und Ballereien an jeder Ecke. Gefilmt wurde das ganze in eine Art Hochglanzformat des Cloverfield-Stils. Dadurch ist man immer mitten im Geschehen. Das hat mir sehr gefallen. Was die Aliens letztlich wollen, wo sie herkommen oder sonstige vielleicht nennenswerte Details werden im Film nicht geklärt. Das hat durchaus seinen Reiz.

Fazit: Es bleibt ein brilliant gefilmter Action-Kracher zwischen Cloverfield und Transfomers ohne Tiefgang. Dafür wird die Heimkino-Anlage bis auf’s letzte ausgereizt.

VÖ: 2011
Regie: Jonathan Liebesman
Drehbuch: Christopher Bertolini
Darsteller: Aaron Eckhardt, Michelle Rodriguez, Ne-Yo

Gesamteindruck: 6/10

Film-Review: The Fighter (2010)

 von Fincky

Inhalt: Micky Ward ist Boxer, dient aber eher anderen Boxern als Karrieresprungleiter. Seine letzten Kämpfe hat er alle verloren. Außerdem steht er im Schatten seines abhängigen Bruders, der es geschafft hat den berühmten Sugar Ray Leonard auf die Bretter zu schicken. Dazu gesellt sich eine herrische Mutter und die übliche White-Trash Problematik in den Vororten Amerikas. Doch als Micky seine große Liebe findet, wendet sich das Blatt…


Kritik: The Fighter ist ein perfekter Film. Ein perfektes Drama. An diesem Biopic ist eigentlich alles perfekt. Die Handlung wird authentisch und realistisch vermittelt. Doch besonders wird der Film erst durch seinen überragenden Cast. Christian Bale spielt erneut eine oscar-reife Leistung als durchgeknallter, cracksüchtiger Bruder. Ebenfalls grandios Melissa Leo als tyrannische, bestimmende Mutter, genauso wie Talent Amy Adams als Freundin von Micky Ward. Zahlreiche Kritiker behaupten, dass Mark Wahlberg als eigentlicher Hauptdarsteller den anderen Schauspielern hinten ansteht. Das sehe ich nicht so. Wahlberg ist ein legitimer Nachfolger für Rocky Darsteller Sylvester Stallone, als leidenschaftlicher, sensibler, im Kopf nicht ganz heller Durchschnittstyp von der Straße. Boxszenen gibt es im Streifen gar nicht soviele, so dass auch Anti-Sportler bestens unterhalten werden und regelrecht mitfiebern bis zum Happy End.

Fazit: Für mich ist The Fighter einer der besten Filme der letzten 4-5 Jahre. Großes Kino, mit einem brillianten Cast!

VÖ: 2010
Regie: David O. Russell
Drehbuch: Johnson, Silver, Tamasy, Dorrington
Darsteller: Mark Wahlberg, Melissa Leo, Christian Bale, Amy Adams

Gesamteindruck: 10/10

Mittwoch, 4. Januar 2012

Film Review: Duell der Magier [The Sorcerer’s Apprentice] (2005)

  von Fincky

Inhalt: Balthazar (Cage) ist einer der drei Zauberlehrlinge des berühmten Merlin. Als dieser durch Verrat ums Leben kommt, schwört Balthazar den legitimen Nachfolger von Merlin zu finden, egal wie lange es dauert. Außerdem muss er dafür sorgen, dass sein Erzfeind Horvath nie mehr für Schaden sorgen kann. Als Balthazar mehrere Jahrhunderte später in New York City fündig wird, kann er nicht mehr allein für die Sicherheit der Stadt sorgen. Das Schicksal der Erde liegt nun in der Hand des Teenagers Dave…


Kritik: Das „Duell der Magier“ ist bei den Kritikern nicht besonders glimpflich davon gekommen. Nach den unterhaltsamen zwei Stunden, muss ich mich jedoch fragen warum? Klar die Story ist totaler Firlefanz, aber wie viel Realismus kann man bei einem Film über Zauber und Magie schon erwarten? Das kann doch nicht mal die Harry Potter Reihe liefern. Stattdessen bekommt man in Disney’s Zauberbuch sehr gute Spezialeffekte (aus dem Hause Bruckheimer), viel Humor (der selten platt ist) und überdurchschnittliche darstellerische Leistungen. Das nicht alle Dialoge und Handlungsebenen den höchsten Ansprüchen genügen, ist geschenkt, dafür bekommt man eine Menge kurzweiligen Spaß. Von den Hauptdarstellern kann Nicolas Cage zum ersten Mal seit langem (Ausnahme: Drive Angry) überzeugen. Dafür muss er nicht mal besser darstellen als sonst, ganz im Gegenteil, Cage agiert lethargisch und gelangweilt, aber diese Eigenschaften passen perfekt in seine Rolle. Die Jungdarsteller fallen dagegen weder positiv noch negativ aus dem Rahmen. Hervorzuheben ist der tolle Score und die Auswahl der wenigen bekannten Musikstücke (Tesla-Szene meets One Republic).

Fazit: „Duell der Magier“ ist ein feiner Spaß, vor allem für das jüngere Publikum. Die mittelmäßige Handlung wird stets von den guten Darstellern getragen. Kurzweilig, dynamisch und witzig.

VÖ: 2010
Regie: Jon Turteltaub
Drehbuch: Miro, Bernard
Darsteller: Nicolas Cage, Monica Belucci, Jay Baruchel

Gesamteindruck: 7/10


Film Review: Flightplan (2005)

 von Fincky

Inhalt: Kyle Pratt (Jodie Foster) fliegt mit ihrer sechsjährigen Tochter nach New York um ihren Mann dort beerdigen zu lassen. An Bord der riesigen 474-Maschine nickt Kyle ein. Als sie wieder erwacht ist ihre Tochter verschwunden. Und niemand im Flugzeug will bemerkt haben, dass da überhaupt ein kleines Mädchen war. Ein munteres Suchspiel beginnt, bei dem niemand weiß, wer verrückt ist und wer es noch wird.


Kritik: Für deutsche Kinogänger ist bereits der Beginn von „Flightplan“ sehr interessant, denn er spielt in Berlin und zeigt unsere von Schnee bedeckten Straßen und u.a. die U-Bahnhöfe Alexanderplatz und Platz der Luftbrücke. Der Film beginnt sehr ruhig und doch erfahren wir schon vor dem Einstieg ins riesige Flugzeug die nötigsten Informationen. Im Flugzeug beginnt dann ein spannender Mystery-Film, der eine bärenstarke Jodie Foster zeigt, die wohl seit dem „Schweigen der Lämmer“ nicht mehr so toll spielte. Foster allein trägt den Film zu 2/3 der Länge auf ihren Schultern, dann verändert sich plötzlich der ganze Film und wird zum Action-Thriller. Das führt leider dazu, dass die erzeugte Stimmung der ersten Filmhälfte quasi absurdum geführt wird. Betrachtet man das Finale jedoch separat, kann es auch überzeugen. Nur ob die beiden Filmstücke zusammen passen? Das muss jeder für sich entscheiden. Nebenbei liefert der Film ein paar richtige memorable Scenes ab, wenn ich denke, wie Jodie Foster in Handschellen unter tosendem Applaus der Passagiere durch die Flugzeuggänge geleitet wird, oder die emotionale letzte Szene des Films. Eine Spitzenwertung bekommt der Film, dank einiger böser Logikfehler und Sinnlosigkeiten (vor allem in den Dialogen), jedoch nicht.

Fazit: „Flightplan“ ist ein spannender Mystery-Film, bei dem man fiebernd miträtselt, bis sich der Film um mindestens 180 Grad wendet. So unkonventionell der Film beginnt, so bieder wird er zu Ende geführt. Es wäre definitiv mehr drin gewesen!

VÖ: 2005
Regie: Robert Schwendtke
Drehbuch: Ray, Dowling
Darsteller: Jodie Foster, Sean Bean, Peter Saarsgard

Gesamteindruck: 7/10

Sophie meint: "...gut, glaube ich..."