Mittwoch, 12. September 2012

Hands On: Fifa 13

Fincky

Jedes Jahr im Herbst kommt EA Sports zuverlässig mit den Updates der Sportreihen FIFA, NHL und Madden daher. Früher waren es wirklich nur kosmetische Korrekturen die die Entwickler vorgenommen haben. Seit 2010 hat man jedoch das Spiel erheblich vorangebracht und verbessert und so ist es dieses Jahr tatsächlich nicht negativ auszulegen, wenn ich behaupte, dass FIFA 13 das beste Update von EA Sports überhaupt ist. War FIFA 12 schon sehr gut, perfektioniert es FIFA 13 noch um einige Punkte. Da kann man auch nicht mehr meckern, "sehr gut" lässt sich eben kaum noch steigern und so fallen viele Veränderungen erst nach einigen Minuten Spielzeit auf. Dafür haben es die Änderungen in sich. Aber der Reihe nach...

Da ich mein Bemusterungsexemplar von EA noch nicht bekommen habe, zog ich es vor mir zunächst die gestern veröffentlichte Demoversion des Fußballspiels zu ziehen. Zur Auswahl stehen mit Dortmund, Arsenal, Milan, Juventus und Man City fünf Topteams. Die Aufstellungen werden bestimmt durch das neue Match Day Feature, welches sehr an Live Season erinnert. Die Teams erhalten nun stets ein frisches Update was Positionen, Verletzungen und Stärken angeht, je nach aktueller Form. Das ist nicht ganz neu, aber erstmals gratis. Toller Zug EA! Aber nun direkt ins Spielgeschehen auf den Platz...


Vor der Partie spielt man nun nicht alleine in der Arena gegen einen Torhüter, sondern absolviert Minispiele zum Trainieren, die sogenannten Skill Games. Das macht ordentlich Laune und macht vertraut mit sämtlichen Steuerungsmechaniken, sein es Freistöße, Elfmeter, Dribblings oder Pässe.  Dann geht es wirklich ins Stadion. Die Spieler laufen durch den Tunnel auf den Platz und schon fällt mehr Bewegung auf, Kameraleute tummeln sich um die Spieler herum, die Spieler winken freundlich und anschließend gibt es sogar den Münzwurf vom Schiedsrichter mit anschließendem Handshake der Spieler. Das erzeugt größeren Realismus und sieht auch noch gut aus. Generell gibt es neue Animationen und am Spielfeldrand wärmen sich nun auch die Ersatzspieler auf, ebenfalls lässt sich ab und an ein Trainer an der Seitenlinie erkennen, ganz zu schweigen vom erstmals optisch dargestellten 4. Schiedsrichter.

Groß angepriesen wurde die neue First Touch Control, die dafür sorgt, dass technisch limitierten Spielern auch mal der Ball mehr oder weniger verspringt bei Ballan- und Mitnahme. Das Feature begeistert von Beginn an interlässt zumindest in dieser Vorabversion die Frage, warum selbst Marco Reus und Mario Götze stellenweise Probleme haben einen einfach Pass geschickt mitzunehmen. Ich gehe davon aus, dass solche Details zum Release der Vollversion ausgebessert werden. Denn, wie gesagt, das Feature ist ansonsten richtig gut und lässt immer wieder völlig unerwartete und dynamische Spielsituationen entstehen. Ebenfalls verbessert wurden die Torhüter, die neue frische Paradenanimationen spendiert bekommen haben und den ein oder anderen unhaltbaren Ball aus dem Angel fischen. Auch die Zweikämpfe wirken nun runder und realer, vor allem durch die Korrektur der im letzten Jahr eingeführten Impact Engine. Nun gibt es keine kuriosen Kollisionen mehr, die für Gelächter sorgen.


Wesentlich umfangreicher als im letzten Jahr gestalten sich die Möglichkeiten in der Defensive und Offensive. Stürmer profitieren vom neuen Complete Precision Dribbling, mit der sich exakt der Ball führen lässt in verschiedenen Geschwindigkeitsstufen, außerdem gibt es neue Tricks zu lernen. Das Tactical Defending wurde ebenfalls ausgebaut und stellt jetzt die vernünftige Balance zur Offensive dar. Anzumerken ist jedoch, dass die KI-Verteidigung zu viele Schüsse abblockt. Verbessert wurden auch die Optionen bei Standardsituationen. Das ewige Warten vor Einwürfen hat ein Ende und um schnelle Freistöße auszuführen, holen die Mitspieler auch schon mal den Ball aus ein paar Metern Entfernung und spielen ihn schnell zum ausführenden Schützen. Freistöße vor dem Tor lassen sich nun auch besser und gezielter Schießen, zusätzlich gibt uns FIFA die Möglichkeit diverse Freistoßtricks zu erstellen und auszuführen mit einem zweiten Mitspieler. Im Gegenzug darf die verteidigende Mauer nun früher Richtung Schütze stürmen, aber stets mit der Gefahr mit dem gelben Karton bestraft zu werden.


Kritikpunkte gibt es kaum. In diversen Foren wurde das Spieltempo kritisiert, welches etwas erhöht wurde. Ich hatte damit keine Probleme. Ich frage mich jedoch warum es EA nicht schafft deutlich mehr Spielergesichter zu scannen. Der große Konkurrent aus Japan (PES) schafft es doch auch zumindest alle Nationalspieler erkennbar zu machen. Wenn aber bekannte Spieler wie Arsenals Keeper Sczeszny oder Juves Arturo Vidal mit Random-Faces agieren müssen, ist das schon schwach, ebenso wie die (in jedem Jahr) zu schwach bewertete Bundesliga. Nahezu jeder Spieler der Premier League der halbwegs laufen kann bekommt eine Wertung jenseits der 80 Punkte, während Überflieger aus der Bundesliga wie Kuba oder Alaba mit Werten zwischen 76 und 78 rumkrebsen.

Ersteindruck:Exzellent

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